AfD de luxe

Nach der Kommunalwahl 2020 zog die AfD mit vier Mitgliedern in den Lüner Rat ein. Man zankte und zoffte sich. Zwei traten aus und gründeten sich neu. Seit Oktober 2022 ist es amtlich. Nachdem ihr erster Versuch unter dem Deckmantel als AfD-Bürgerfraktion gescheitert war, haben nun Vater und Tochter Pasternak ihren kommunalpolitischen Katzentisch giftgrün eingedeckt.     

Nachhaltigkeit und Wohlstand für Lünen (NWL-Fraktion)

So heißt der neue AfD-Ableger. Sie haben ein Programm aus dem Hut gezaubert, das sogar den Grünen zur Ehre gereicht hätte. Von einem gesamtheitlichen Konzept zur zukunftsorientierten und ökologisch nachhaltigen Stadt ist da die Rede. Lünen solle seine natürliche Schönheit behalten, Nutzinsekten, Grünflächen en masse, nachhaltige Landwirtschaft (Permakultur), zukunftsorientiertes Bauen nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip (Kreislaufwirtschaft, in der alles aus gesunden und geeigneten Materialien besteht und endlos wiederverwendet werden kann) und einiges mehr. Ein Alleinstellungsmerkmal wäre auch toll. Wenigstens im Umkreis von 50 bis 100 Kilometern.

Wolf im Schafspelz für Lünen (WSL)

Muss man dafür eigentlich das AfD-Parteibuch abgeben? Wahrscheinlich nicht. Für alle Fälle haben sie es bestimmt noch unterm Kopfkissen liegen. Die neue NWL-Fraktion als  „Wolf im Schafspelz“. In der Pressemitteilung der Ruhr Nachrichten vom 15.10.2022 war nicht davon die Rede, dass man das AfD-Parteibuch abgegeben habe. Vielleicht haben sie sich gesagt, das behalten wir, wer weiß, wofür es nochmal gut ist. Deshalb ist also Vorsicht geboten, weil …

Kommunalwahlen 2025

… die nächsten Kommunalwahlen schon 2025 stattfinden. Liebe Eltern, eure halbwüchsigen Kids, die jetzt Dreizehn, Vierzehn oder älter sind, dürfen dann das erste Mal wählen. Was sagt Ihr denen, wenn die zu euch kommen und sagen: Hey, Mama und Papa, sollen wir euch mal sagen, wen wir wählen? Wir machen unser Kreuz bei NWL. Die sind voll super, die machen was mit Permakultur und Insekten und Grünflächen und so. Was dann, liebe Eltern? Und wenn die dann sagen, wenn wir die von der NWL nicht wählen sollen, gehen wir gar nicht zur Wahl. Die anderen finden wir auch doof. Dann ist guter Rat teuer. Solltet Ihr Argumente brauchen, gegen die AfD, wir haben nur mal zwei für euch herausgepickt, vom Spitzenpersonal

Björn Höcke:
Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.
(Dresden, 17. Januar 2017, über das Holocaust-Denkmal in Berlin)
Alexander Gauland:
Wir haben das Recht, stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen. Gesagt hat Gauland das auf dem mittlerweile berüchtigten „Kyffhäuser-Treffen“ der AfD in Thüringen im September 2017.

Hammer

Vielleicht erklärt ihr den Kids einfach, warum es auch keine gute Idee ist nicht wählen zu gehen am Beispiel der letzten Kommunalwahl hier in Lünen. Es gab 66.291 Wahlberechtigte. Von denen, man glaubt es kaum, gingen nur 27.210 zur Wahl (26.730 gültige Stimmen). Traurige 41 Prozent. Anders ausgedrückt: Rund 39.000 schafften es nicht mehr vom Sessel bis zu Wahlurne. Hammer, was?

Wünschenswert, aber …

Von diesen 26.730 haben immerhin 1.816 ihr Kreuz an die AfD vergeben. Damit erzielten die aus dem Stand 6,79 % und zogen mit vier Sitzen in den Rat ein. Jetzt rechnet euren Fast-Erwachsenen einfach mal vor, was passiert, wenn – rein theoretisch – bei der nächsten Wahl 100 % zur Wahl gehen und der AfD-Anteil immer noch bei 1.816 Leuten liegt. Dann sind es nämlich nur noch 2,73 % für die AfD, mit natürlich weniger Sitzen im Rat. Die Rechnung ginge natürlich nur auf, wenn von den 39.000, keiner bei der AfD sein Kreuzchen machen würde. Das wäre zwar wünschenswert, ist aber unrealistisch.

Nicht wählen ist aller Laster Anfang

Damit ist eigentlich alles gesagt, liebe Eltern. Druckt diesen Beitrag am besten aus und heftet ihn an die Pinnwand. Die nächste Wahl kommt bestimmt …
Gleiches gilt natürlich genauso für die Alt-Erwachsenen, die auf viel demokratische Erfahrung zurückblicken und oft enttäuscht wurden. Nicht wählen ist aller Laster Anfang!

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