Lünen – ein schlafender Riese

Die Lüner SPD kommt als erste aus den Startlöchern und präsentiert mit Rainer Schmelzer ihren Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters.

SPD – riskanter Frühstart

Bereits eineinhalb Jahre vor der nächsten Kommunalwahl hat die SPD den Winterschlaf beendet und nimmt am Bürgermeister-Kandidatentisch Platz. Offenbar glaubt man der Redensart Der frühe Vogel fängt den Wurm. Es ist ein riskanter Frühstart. Nicht selten fehlen auf der Zielgeraden die entscheidenden Körner.

GFL – mit BB (Bürgermeister-Bonus)

Die GFL (Gemeinsam für Lünen) indes lehnt sich entspannt zurück. Ihr Mann, Jürgen Kleine-Frauns, (früher SPD, heute GFL, morgen was?) ist seit 2015 Bürgermeister. Er hatte bereits vor einem Jahr erklärt, dass ihm eine Amtszeit zu wenig sei.

Erster Wasserstand

Das Lüner Wahlkrampfstadion füllt sich langsam: Der GFL-Kandidat und amtierende Bürgermeister ist gesetzt. Passend zur Osterzeit zaubert die SPD ihren Bewerber aus dem Hut. Wie es ihm bekommt, wenn er im Startblock überwintern muss, wird man sehen. Wenn das man kein Ei-gentor wird.

Was machen Die Grünen?

Ob die Umfrageweltmeister der Grünen mit ihrer Doppelspitze Baerbock/Habeck auch ihren Lüner Ableger zu Höhenflügen animieren können, ist wahrscheinlich. Das Lüner Tandem Roß/Kneisel wird auf der Öko-Erfolgswelle in der strukturgebeutelten Lippestadt mitschwimmen. Hoffentlich treten die Zuwächse nicht über die Ufer. Kaum auszudenken, wenn die Grünen stärkste Partei in Lünen würden und man stünde ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten da. Ist das nicht sogar verboten?

Lünen ist ein schlafender Riese

Zurück zur SPD. Als echter Lüner Jung, wie er sich selbst bezeichnet, wurde Schmelzer in Lünen geboren, absolvierte lässig den Marsch durch die Instanzen (vom Kindergarten bis zum Arbeitsminister). Er habe Lünen nie verlassen, sagt er. Nennt man das nicht auch betriebsblind?

Riese
© creative vision

Im Gegensatz zu den anderen Parteien hat Schmelzer schon jetzt einen Knaller auf der Pfanne: Lünen sei ein schlafender Riese, den man wecken müsse. Mit konsequenten Entscheidungen, bezahlbarem Wohnen, Perspektiven für Kinder, Kitas, Schulen, nicht zu vergessen Ausbildungsplätze.

Chapeau – das war ein beherzter Griff in die Phrasendreschmaschine, wie ihn nur die SPD beherrscht.

Was denken die jetzt wohl in der mickrigen Kleinstadt Dortmund, wenn sie vom „Schlafenden Riesen Lünen“ in ihrer Nachbarschaft hören? Wahrscheinlich werden sie heimlich still und leise ihre Stadtrechte zurückgeben. Gegen Lünen ist einfach kein Kraut gewachsen.

Vielleicht meint Schmelzer mit dem Schlafenden Riesen den Riesenberg Schulden von 400 Millionen Euro. Dann allerdings sollte man Lünen besser nicht wecken. Ist doch bekannt, wie ungehalten Riesen werden können, wenn sie aus ihrem Dämmerschlaf geweckt werden.

Immer wieder, immer wieder, zweiter Sieger CDU

Bei den Christdemokraten ist es derzeit etwas unheimlich. Immer zweiter Sieger zu sein, wer verkraftet das auf Dauer. Das führt langfristig zu Depressionen. Auf was aber muss sich Lünen gefasst machen? Wird man „Blühende Landschaften“ wie einst Übervater Kohl versprechen? Oder soll noch einmal die Merkel-Methode „Wir schaffen das“ aus der Mottenkiste geholt werden? Und vor allem: Mit welchem Kandidaten oder Kandidatin? Wäre es eine Option, den GFL-Bürgermeister ins eigene Lager zu holen? Nichts ist unmöglich. Derzeit ist die CDU noch eine Wundertüte.

Kleiner Trost

Gott sei Dank ist wenigstens eine Gewissheit schon achtzehn Monate vor der Bürgermeisterwahl in Stein gemeißelt: Bei der SPD ist noch reichlich Luft nach unten!

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