Friedrich Merz – die alte Bürste kennt die Ecken!

Junge Besen kehren gut, aber
die alte Bürste kennt die Ecken.

Mit dieser Redewendung auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Münster wolltest Du klarstellen, dass Jugend allein nicht reicht, Friedrich. Besser, man verlässt sich auf die Erfahrung der Älteren, auf so einen wie Dich. So wirkte es zumindest.

Zu den jungen Besen gehört auch Greta Thunberg. Das Einzige, was Dir zu Greta einfällt, ist, dass ihr Engagement zwar bewundernswert ist, sie aber krank sei und Du sie als Vater niemals nach New York gelassen hättest. Das sind Erziehungsmethoden, die im Sauerland nie ihre Gültigkeit verlieren.

Prinz William

Es geht auch anders, Friedrich. Prinz William gehört mit seinen 39 Jahren auch nicht gerade zu den jungen Wilden. Zum Thema des Klimawandels wandte er sich kürzlich an die jungen Leute und sagte anlässlich einer Preisverleihung in London:

Hört nicht auf zu lernen, fordert weiterhin Wandel und gebt die Hoffnung nicht auf.

Das hätte ich auch gerne von Dir gehört, Friedrich. Oder bist Du etwa neidisch auf Greta, weil sie vor zwei Jahren eine bemerkenswerte Rede auf dem UN-Klimagipfel in New York gehalten hat?

In einem Interview mit der “Augsburger Allgemeinen” bekanntest du, dass eines Deiner Enkelkinder den Ideen der Friday-for-Future-Bewegung nahesteht:

Einer von diesen Spezis war bei der Fridays-for-Future-Demo auf der Straße. Das ist völlig in Ordnung.

Bravo, Friedrich, das ist wirklich unglaublich gönnerhaft von Dir. In Deinem Nachsatz “das ist völlig in Ordnung” schwingt aber ein bisschen FDP-Chef Lindner mit, der 2019 befand, dass Klimaschutz etwas für Profis sei. Am Kabinettstisch wimmelt es demnächst ja nur noch so von Profi-Klimaschützern. Oder Du bringst Dich im neuen Bundestag ein und schlägst vor, dass alle 736 Parlamentarier:innen in der neuen Legislaturperiode Freitags ausschließlich fürs Klima arbeiten…

Frauen haben es schwer in der CDU

Ich will Dir wirklich nicht zu nahe treten, Friedrich, aber wenn Du mal ganz ehrlich zu Dir selbst bist, abends im Bettchen, so ganz viel gerissen hast Du in der Politik noch nicht, oder? Von 2000 bis 2002 Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Das war’s auch schon. Der Griff nach dem Parteivorsitz ging gleich zweimal daneben. Und gegen wen hast Du verloren? Gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, eine Frau, Friedrich. Frauen haben es richtig, richtig schwer bei Euch. Die zweite Klatsche hat Dir der Karnevalsprinz aus Aachen verpasst.

Fettnäpfchen

Als einige noch glaubten, dass Laschet Kanzler wird, hast Du ihm – selbstlos wie Du nun einmal bist – angeboten, das Wirtschaftsministerium zu übernehmen. Wie wir wissen, kam es dazu auch nicht.
Wenn man Dir Fettnäpfchen hinstellte, warst Du als einer der Ersten zur Stelle. Vor 20 Jahren hörten wir vom Coming-out des Bürgermeister Wowereit. Darauf angesprochen, erwidertest Du: “Solange Wowereit sich mir nicht nähert, ist mir das egal”. Peinlich, peinlich.

Kassenwart im Sauerland

Mit solchen Sprüchen kriegst Du vielleicht auf Schützenfesten noch einen Lacher. Jetzt bist Du noch einmal in den Bundestag eingezogen, hast das Hochsauerland gewonnen. Einen letzten Rat hätte ich für Dich: Zieh Dich langsam zurück. Vielleicht kannst Du ja Kassenwart im Hochsauerlandkreis werden. Dann hast Du Zeit und Muße und kannst Deinen alten Traum, dass eine Steuererklärung auf einen Bierdeckel passen muss, verwirklichen.

Black-Rock

Zum Schluss noch ein Wort zu Eurem miserablen Frauenanteil. 23,5 % sind es aktuell. Das ist mega-unterirdisch. Weniger hat nur noch die AfD. Allein schon der Begriff der “Frauen-Union”. Könnt ihr schreddern. Es muss einfach moderner, knackiger und einprägsamer klingen. Wir haben da eine Idee, die kannst Du gerne als Deine eigene einbringen. Ab sofort nennt Ihr die Frauen-Union nicht mehr Frauen-Union, sondern Black-Rock. Wie geil ist das denn, Friedrich?

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