Die ultimative Wahlprognose für Lünen

Wir vom Statt-Block haben versucht, für die Rats- und Bürgermeisterwahl eine Prognose zu stellen und sind selbst äußerst gespannt auf den Ausgang der Kommunalwahlen am 13. September 2020.

Ratswahl

Profitieren die Grünen von der „Friday for Future“-Bewegung? Schaden der GFL (Gemeinsam für Lünen) die internen Querelen und die zwei Austritte der Wählergemeinschaft? Kann die SPD ihre Vormachtstellung halten? Mobilisieren die Liberalen mit ihrer Forderung nach „Weltbester Bildung“ und „mehr Transparenz“ neue Wähler und wird das Motto der CDU … „für ein Lünen, in dem es sich gut und sicher leben lässt“, zum Erfolg führen?

SPD
Für 2020 hat man sich ein authentisches Image verliehen mit dem Prädikat: echt. Der Blick ins Kurzwahlprogramm lässt keine Wünsche offen. 26 Mal geht es echt zur Sache. Eine absolute Priorität zu definieren ist nicht einfach, doch Herr Schmeltzer (Anm. d. Red.: Bürgermeister-Kandidat) weiß Rat: Es sind die Feuerwehrgerätehäuser. Wer dann, wie der Fraktionsvorsitzende, über die Derivat-Geschäfte im Rückblick positiv spricht, verfügt über ein unerschütterliches Selbstbewusstsein. 34 Millionen Euro Verlust für die Stadt sind kein Pappenstiel.
Tendenz: sinkend.

CDU
Absoluten Vorrang für die Christdemokraten ist es, die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Gute Kinderbetreuung und ein Konzept zur Freizeitgestaltung für die Jugendlichen stehen weit oben auf der 24-Punkte-Agenda. Die CDU geht neue Wege. Jeder Kandidat hat seinen eigenen Schwerpunkt. Dreiundzwanzig Wahlprogramme. So glaubt man sich nah bei den Wählern. Politik wird vor Ort gemacht. Gleich sechs Kandidaten machen sich für Brambauer stark. Interessantes Konzept, was in den sozialen Medien mit vielen Videoclips begleitet wird.
Tendenz: steigend.

GFL
Die Wählergemeinschaft geht in ihre dritte Kommunalwahl. 2009 (11,3 %) konnte 2014 mit (15,5 %) getoppt werden. Ob nochmals draufgesattelt werden kann? Zwei Austritte und Unstimmigkeiten bei der Kandidatenauswahl sind eine schwere Hypothek. Ihre Aushängeschilder sind: Mehr Verkehrsfluss, mehr Seepferdchen, mehr Bäume und mehr Brambauer zu wählen.
Tendenz: stagnierend bis leicht fallend.

Grüne
Es ist keine Überraschung, dass man das Programm der Grünen mit einem Wort zusammenfassen kann, es lautet: Grün, grün und nochmals grün. Vom Klimaschutz zu bezahlbarem Wohnraum, von 100 Prozent Barrierefreiheit zur Integration von Geflüchteten. Zusätzlicher Aufwind wird durch die Fridays-for-Future-Bewegung erwartet.
Tendenz: steigend.

Die Linke
2009 erhielt man 5,3 Prozent, 2014 nur 4,1 Prozent der Stimmen. Die meisten ihrer durchaus berechtigten Forderungen finden sich in den Programmen der großen Parteien wieder. Das Vertrauen der WählerInnen ist offenbar noch nicht ausreichend vorhanden. Ihr Plus: sie sind hartnäckig und bleiben sich treu.
Tendenz: stagnierend.

FDP
Das beste Ergebnis der Liberalen liegt fast 60 Jahre zurück. Damals freute man sich über 8,2 %. 2014 wurden 2,8 Prozent erzielt. Ihre Forderung nach mehr Transparenz aller Entscheidungen von Politik und Verwaltung und ihr Anspruch, die Kunst- und Kulturlandschaft zu entwickeln, sind nachvollziehbar und wünschenswert.
Tendenz: stagnierend.

Freie Wähler Lünen
Sie werben mit gesundem Menschenverstand und versprechen, sachorientiertes Handeln im Rat. Man sei stolz, keine Partei zu sein und somit keinen Parteizwängen zu unterliegen. Transparenz für kommunalpolitische Entscheidungen sowie der Einklang von Natur, Mensch und Gewerbe liegen ihnen sehr am Herzen. Dazu brauche man einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuermitteln. 2014 trat man mit den Piraten gemeinsam an.
Tendenz: entfällt.

AfD
Bundesweit kriselt es, was sich in den Umfragen bemerkbar macht. Denkbar schlechte Startbedingungen für den Lüner Ableger.
Tendenz: entfällt.

Bürgermeisterwahl

Hier geht es um die Personen. Ist Ex-Arbeitsminister und Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer stark genug, Jürgen Kleine-Frauns in den Ruhestand zu versetzen? Gelingt Christoph Tölle, als Dritten im Bunde, eine Überraschung? Dem vierten Kandidaten, Sascha Gottwald, gebührt Lob, überhaupt seinen Hut in den Ring geworfen zu haben.

Christoph Tölle (CDU).
1946 stellte die CDU das letzte Mal den Bürgermeister in Lünen. Die CDU setzt auf Christoph Tölle. Jung, unverbraucht, agil, eine Spur unkonventionell (man darf auch mal ein bisschen spinnen, wenn am Ende eine tolle Idee daraus wird). Ob er das schafft, was Schalke 04 seit 1958 auch nicht mehr gelang? Meister in Lünen zu werden? Er ist bereit.

Rainer Schmeltzer (SPD).
Galionsfigur und Hoffnungsträger auf das Amt des Bürgermeisters. Ein Schwergewicht. Zwei Jahre Arbeitsminister unter Frau Kraft in Düsseldorf. Er soll die Schlappe von 2015 auswetzen, als der sicher geglaubte SPD-Kandidat Möller in der Stichwahl unterging. Schmeltzer ist authentisch, ein echter Lüner, der seine Gegner grillen will. 

Jürgen Kleine-Frauns.
Sitzt der amtierende Bürgermeister fest im Sattel? Er tritt aus dem Amt heraus an. Mit seiner Kampagne „Lünen-bewegt-sich“, möchte er Menschen bewegen, Zukunft gestalten, Heimat schaffen und nachhaltig handeln. Auf seiner Webseite ist es ihm wichtig zu sagen, dass er Werbebanner, statt Plakate verwendet. Sein größtes Argument ist sein Amtsbonus.

Sascha Gottwald (Freie Wähler Lünen).
Erst traute er sich nicht, dann half ihm seine Familie in den Sattel. Als Bürgermeister will er sich zuerst einen Überblick verschaffen. Eine sehr gute Idee.

Stichwahl

Da keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit erzielt, ist eine Stichwahl erforderlich. Dazu treten Jürgen Kleine-Frauns und Rainer Schmeltzer an.
Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.
Quelle: Winston Churchill

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2 Kommentare

  1. GOD
    10. September 2020
    Antworten

    Wenn man schon Lünen untersucht und die Ergebnisse macht, dann sollte man auch alle Kandidaten und Parteien machen oder?

    • 11. September 2020
      Antworten

      Hallo Herr God, da haben Sie aus Ihrer Sicht natürlich recht. Dann hätten wir alle Einzelkandidaten abbilden müssen. Für die nächsten Wahlen werden wir das überdenken. Herzlichen Dank für die Anregung. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg am Sonntag.

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